Interview

INTERVIEW MIT BETHEL LINGEREH – SONGWRITER UND LOBPREISLEITERIN

An einem Dienstagnachmittag im Nürnberger Univiertel…

Gibt es jemanden, den du bewunderst und wieso?

Ich bin gesegnet mit vielen Menschen in meinem Leben, die Inspirationen für mich sind. Aber auf jeden Fall meine Eltern, da sie Menschen sind, die schon sehr viel erlebt haben, aber trotzdem in allem etwas Gutes sehen können und mich in dieser Denkweise sehr geprägt haben.

Wie verbringst du deine Freizeit?

Ich gehe gerne mit Freunden raus, verbringe aber auch gerne Zeit zu Hause. Außerdem schaue ich gerne Dokumentationen an, Geschichte interessiert mich sehr, Kunst und natürlich auch Musik. Ich liebe es den Prozess hinter einem Album zu sehen, beispielsweise die Produktion, Aufnahme,… Außerdem lese ich gerne Bücher, aber nur die, die mich auch wirklich interessieren! (lacht)

Hast du einen Lieblingssong?

Das Lied Clean von Natalie Grant

Dürftest du nur noch eine Sache essen, was wäre sie?

Ich glaube, dass die Frage jeder beantworten könnte, der mich gut kennt: Eis!

Was ist eine Sache, die du noch lernen möchtest oder in der du dich verbessern möchtest?

Ich möchte lernen, Gott noch besser zu vertrauen als ich es jetzt schon tue und lernen neue Denkweisen auf Dinge zu entwickeln, wo ich dachte, schon genug darüber zu wissen.

Was ist eine Sache, die nicht viele über dich wissen?

Ich kann ein sehr schüchterner Mensch sein. Vor allem wenn ich jemanden noch nicht so gut bzw. lange kenne, fällt es mir anfangs schwer mich zu öffnen.

Wie startest du in den Tag – hast du ein Morgenritual?

Ich habe leider keine Morgenroutine! Meistens starte ich in den Tag so wie er kommt und was er mit sich bringt.

Gibt es ein Musikgenre, das du besonders magst, anzuhören?

Jazz, Folk und Klassik. Aber eigentlich kommt es auch immer auf das Lied an

Kommen wir zum Songwriting…

Wenn du Lieder schreibst, was kommt zuerst die Melodie oder der Text?

Schwer zu sagen! Bei mir ist es meistens so, dass zuerst der Text kommt. Jedoch gibt es auch Tage, beispielsweise wenn ich im Lobpreis bin oder jemand Gitarre spielt, dass ich eine Melodie im Kopf habe.

Welcher Song, den du geschrieben hast, ist dein Lieblingssong und weshalb?

Von allen Liedern, die ich geschrieben habe, hat natürlich das erste richtige Lied „Was mein Herz begehrt“ eine ganz besondere Bedeutung für mich, weil ich gemerkt habe, dass Gott mir durch meine Lieder Antworten schenkt.

Allerdings ist für mich persönlich das Lied „Du gibst Halt“ das Lied, das ich selbst am meisten brauche. Ich habe das Lied in einem Moment bekommen, in dem es mir nicht so gut ging und es sich so anfühlte, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Durch das Lied hat mich Gott noch einmal erinnern wollen, dass auf ihn Verlass ist und er mir Halt schenkt.

Ist das Songwriting etwas, das sich auf natürliche Weise bei dir entwickelt hat?

Früher sagte ich immer, dass Songwriting nichts für mich sei. Zwar singe ich gerne und mache Lobpreis, aber das Lieder schreiben werde, wahrscheinlich nie etwas für mich sein. Deshalb schloss ich eigentlich damit ab. Mit ungefähr 11 Jahren fing ich an einzelne Lieder zu schreiben, die ich jedoch auch schnell wieder verdrängte.

Je mehr ich mich mit Gottes Wesen beschäftigte und sich meine Beziehung zu ihm gestärkt hat, desto mehr bin ich schließlich im Songwriting gewachsen und meine Lieder besser geworden!

Wie alt warst du, als du deinen ersten richtigen Song geschrieben hast?

Ich schreibe schon seit dem ich ungefähr 11/12 Jahre alt bin, aber ob man das wirklich als Songwriting bezeichnen kann… (lacht) Das Lied „Was mein Herz begehrt“ war mein allererstes richtiges Lied, das ich im Jahr 2015 schrieb.

Hast du einen typischen Start in den Songwriting-Prozess?

Einen typischen Start habe ich nicht, denn es ist nicht von mir abhängig. Beispielsweise könnte es sein, dass ich ein Lied während des Lobpreises bekomme, auf dem Weg in die Schule oder beim Einkaufen.

Bist du der Typ Songwriter, der sagt „Heute schreibe ich einen Song“ oder kommt das eher zufällig?

Bis jetzt kam ich noch nie in die Situation, in der ich mir sagte „Heute setze ich mich zum Songwriting hin“. Jedes Lied, das bisher kam, hat Gott in mein Herz gebracht und war nicht von mir abhängig. Jedoch könnte es etwas sein, dass ich in der Zukunft aktiver angehen werde.

Was beeinflusst dich am meisten beim Songwriting?

Oft meine Situation. Ebenso wie eng ich in meiner Beziehung zu Gott stehe und das wahrscheinlich sogar mehr als ersteres. Ich merke sehr, wenn ich ein Lied bekomme, weil ich mich in den Wochen davor, stark mit Gottes Wort beschäftigt habe. Andererseits merke ich aber auch Blockaden im Songwriting, wenn ich beispielsweise nicht viel Zeit in meine Beziehung zu Gott investiert habe.

Wenn du Lieder schreibst, bist du eher der Typ, der am Computer schreibt oder ganz klassisch mit Notizbuch und Stift in der Hand?

Meistens bekomme ich Melodien und Texte nicht zu Hause. Deshalb nehme ich es dann mit einer Sprachmemo auf dem Handy auf und schreibe es immer sobald ich nach Hause komme auf. Es ist mir schon einmal passiert, dass sich Lieder gelöscht haben, woraus ich eine Lektion gelernt habe. (lacht)

Hast du eine ideale Emotion, in der du am besten schreiben kannst?

Ich habe eigentlich keine ideale Emotion. Meistens singe ich nicht über meine Emotion, sondern über das was Gott ist. Ich versuche seine Wahrheit zu meiner zu machen, wenn ich Lieder schreibe. Außerdem sind meine Lieder meistens genau das Gegenteil von dem, was ich empfinde, weil sie Gott komplett unabhängig von meiner eigenen Situation ehren sollen.

Weißt du auch bevor du mit dem Schreiben des Textes beginnst, worum es in einem Lied gehen soll?

War bisher noch nie so!

Wie hast du angefangen zu schreiben (und Musik zu machen)?

Anfangs war das eher eine Sache des Spaßes. Also inwiefern ich einen Poeten in mir habe und mich im Reimen zu testen, weshalb ich es damals noch nicht ernst nehmen konnte (lacht). Doch je näher ich zu Gott gewachsen bin, desto mehr hat sich mein Songwriting in eine andere Richtung entwickelt.

Wie lange brauchst du, um ein Lied zu schreiben?

Das war bisher immer unterschiedlich. Manche Lieder waren innerhalb von einem Tag fertig oder sogar in 5 Minuten, für andere brauchte ich mehrere Monate. Wichtig zu sagen ist dabei, dass es nicht etwas ist, das ich persönlich entscheide.

Lass uns über das Worship-Leading sprechen…

Was war deine bisher größte Herausforderung als Lobpreisleitung?

Früher als ich damit anfing, dachte ich, dass der Lobpreis von meiner eigenen Leistung abhängig sei. Ich dachte, die Leute mitziehen zu können, wenn ich meine beste Stimme gebe oder die besten Vocals raushaue und versagt habe, wenn ich es nicht schaffte.

Für mich war das eine große Hürde, die ich mir selbst geschaffen habe, bis ich verstand, dass es beim Lobpreis gar nich um die Person vorne geht, sondern wir nur als Werkzeuge benutzt werden. Zu wissen, dass der Lobpreis nicht von der eigenen Leistung abhänge, ist etwas total freisetzendes!

Dennoch gebe ich beim Lobpreis mein bestes, nicht um Menschen mitzuziehen, denn das schafft nur Gott alleine, sondern um Gott mit meiner Stimme zu ehren.

Welchen Rat würdest du anderen Lobpreisleitern geben?

Versucht nicht perfekt zu sein, denn das schafft niemand! Macht euch nicht abhängig und vor allem lasst euch nicht von dem beeinflussen, was euch andere Leute sagen, bspw. „Heute war ein guter/schlechter Lobpreis“. Fokussiert euch beim Lobpreis alleine auf Gott.

Welchen Rat würdest du einem einfachen Mitglied im Lobpreisteam geben?

Es ist wichtig, auch im Alltag Gott zu loben. Persönlich habe ich gemerkt, dass wenn ich Gott durchgehend in der Woche lobe, es schaffe den Lobpreis stärker einzuleiten und sich Gott noch präsenter zeigt, weil ich ihn auch in meinem alltäglichen Leben ehre.

Gibt es misconceptions bzw. Fehlvorstellungen über das Lobpreis leiten?

Eine Struktur zu haben. Ich finde es wichtig, dass der Lobpreis Struktur hat, allerdings ist es noch viel wichtiger dem Heiligen Geist Freiraum zu schenken, sodass er komplett wirken kann. Das ist eine Sache, die man dem Lobpreisteam unbedingt weitergeben sollte.

Gibt es so etwas wie einen guten Lobpreis überhaupt? Wann bzw. wodurch wird ein Lobpreis „gut“?

Im Wort heißt es, dass wir Gott in Wahrheit und im Geist anbeten sollten. Guter Lobpreis zeigt sich, in dem er authentisch ist und sich niemand im Lobpreisteam von seiner Umgebung beeinflussen lässt, sondern sie alleine auf Gott schauen.

Was ist beim Worship Leading besonders wichtig?

Es ist sehr wichtig, den Heiligen Geist komplett wirken zu lassen und die Lieder, die gesungen werden, gut auszusuchen. Das heißt nicht Lieder nach dem eigenen Gefühl auzusuchen, sondern nicht zu vergessen, dass jeder, der die ausgesuchten Lieder singt, damit in die nächste Woche starten wird.

Wie wählst du die Lieder aus, die im Lobpreis gesungen werden?

Als Lobpreisteam orientieren wir uns an dem Stiftshüttengebet. Der Vorhof, das Heilige und das Allerheiligste verkörpert die Danksagung, den Lobpreis und die Anbetung. Bei der Danksagung danken wir Gott für alles, was er getan hat und suchen diese Art von Liedern aus. Beim Lobpreis erkennen wir, wie uns Gott mit seiner Allmacht und Stärke geholfen hat und bei der Anbetung geht es ganz klar um die Verherrlichung Gottes.

Stell dir vor, du wärst Dozentin/Lehrerin im Bereich Lobpreis, was würdest du deinen Studierenden unbedingt weitergeben wollen?

Hört alleine auf die Stimme Gottes und lasst euch davon leiten, denn so wird euer Lobpreis authentisch. Einem wird bewusst, dass Menschen alleine von Gott berührt werden und es nicht von uns abhängig ist. Es ist sehr wichtig, sich das bewusst zu machen, sonst kann sich auch Stolz bilden. Denn dann würde es auch bedeuten, dass wenn der Lobpreis „schlecht“ war, der ganze eigene Tag damit ruiniert wäre. Also zu verstehen, dass hinter jedem Lobpreis Gott steht, der sich entschieden hat, einen zu benutzen.

Welcher Aspekt am Lobpreisleiten macht dir am meisten Spaß?

Gottes Gegenwart mit meinen Geschwistern zu erleben!

Was nervt dich?

Das manche denken, dass weil man gerade vorne steht und ein Lied leitet, dass für jeden schwierig ist mitzusingen, dass es „bei ihr gerade läuft“. Ich bin davon überzeugt, dass man auch Lieder singen sollte, wenn sie nicht zu der eigenen Situation passen, weil etwas großes passiert, wenn du es über dein Leben ausspricht. Deswegen ist das Aussuchen der Lieder so wichtig, weil es in das Leben von anderen hineinspricht.

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften einer guten Lobpreisleitung?

Zu verstehen, dass man von Gott abhängig ist und sich auf ihn verlassen kann. Außerdem sich seiner Verantwortung bewusst zu sein und zu verstehen, dass Gott einen auf diesen Platz gesetzt hat. Ich hatte sehr lange mit dem Gedanken zu kämpfen, wieso gerade ich Lobpreisleiterin geworden bin. Ebenso die Wahrheit, die Gott ist und für einen hat, für sich persönich anzunehmen.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der ins Lobpreisteam möchte?

Prüfe dein Herz und deine Intension. Wieso willst du in das Lobpreisteam, weil du einfach gerne singst oder weil du Gott wirklich anbeten möchtest? Höre auf seine Stimme und er wird dich spüren lassen, ob das der Ort ist, an dem er dich haben möchte.

Zum Abschluss…

Was motiviert dich?

Eine Hoffnung zu haben, auf die ich bauen kann. Durch Gottes Liebe zu spüren, nicht alleine zu sein, egal in welcher Situation ich bin, was mir persönlich auch viele Ängste nimmt, z.B. die Angst vor dem alleine sein oder Zukunfsängste. Einfach zu wissen, dass Jesus für mich da ist, das motiviert mich!

Was inspiriert dich?

Menschen, die hinter dem stehen, was sie glauben. Deswegen habe ich auch anfangs meine Eltern erwähnt, die Gott nie wirklich hinterfragt haben. Einfache Menschen, die authentisch sind und hinter dem stehen, was sie glauben.

Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen?

Höre auf deinen Plan zu Gottes Plan zu machen und mache Gottes Plan zu deinem Plan!

Danke für das schöne Gespräch!

Zum Schluss folgen noch ein paar Empfehlungen von Bethel für euch

Schöne Lieder

Cooles Video

Empfohlene Filme

Coole Instagram-Accounts

Afropunk

Guardian

Will Smith

Black Jaguar White Tiger

Ihre Lieblingssprüche

Wo du Bethel noch finden kannst

Instagram: bethellingereh

Youtube: BETH-of-EL

In Liebe,

Feben Lisabell


Hast du schon meinen Ethiopia Travel Vlog gesehen?



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Ich wünsche euch noch eine ganz schöne Woche!

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