Interview

FÜRS STUDIUM NACH DEUTSCHLAND – INTERVIEW MIT ANA PAULA

Heute habe ich ein neues Interview mit Ana Paula , meiner guten Freundin, für euch. Das Interview mit ihr habe ich vor ein paar Wochen in Bayreuth geführt – ich hoffe, dass es euch gefällt!

Ana Paula ist in Mexiko geboren und vor ziemlich genau einem Jahr nur für das Studium nach Deutschland gezogen. Kennengelernt haben wir uns an meinem zweiten Unitag während eines Projekts. Und mit ihr hatte ich die eindeutig lustigsten Erlebnisse in der Unibibliothek im letzten Semester.

Ich habe mit Ana Paula über ihr Studium in Deutschland, Heimweh und das Alleinewohnen gesprochen.

Wer ist Ana Paula?

Ana Paula ist ein 19 jähriges Mädchen aus Mexiko, genauer gesagt Mexiko-Stadt, das total abenteuerlustig ist.

Wie verbringst du deine Freizeit?

In meiner Freizeit schaue ich mir gerne Serien auf Netflix an und unternehme etwas mit meinen Freunden.

Was ist eine Sache, die nicht viele über dich wissen?

Viele wissen wahrscheinlich nicht von meiner großen Liebe für Möpse. Jeden Tag schicke ich meiner Schwester und meinem Freund mindestens ein Bild von Möpsen. Ich finde die Hunde mega süß!

Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen?

Ich würde ihr sagen, dass sie sich weniger Sorgen über unwichtige Dinge machen und stattdessen einfach leben sollte. Außerdem würde ich ihr raten, sich mehr Gedanken über ihre (berufliche) Zukunft zu machen.

Ana Paula in Paris

Mach doch mal ein bisschen Werbung für deine Geburtsstadt Mexiko Stadt! Welche deiner Top 3-Locations sollte man sich unbedingt angucken?

Die erste Location ist eines meiner Lieblingsrestaurants in Mexiko-Stadt, das „Los Loosers“. Es ist ein mexikanisches Lokal, in dem es auch veganes Essen gibt, denn ich bin vegan.

Die zweite Location ist der Wald „Chapultepec“ mitten in Mexiko-Stadt.

Außerdem sollte man unbedingt die Statue „El Angel De La Independencia“ besichtigen.

Was vermisst du an Mexiko am meisten?

Am meisten vermisse ich zwei Dinge. Meine Familie und auf jeden Fall auch mexikanisches Essen. Ich habe wirklich nichts gegen Deutschland, aber in Sachen Essen sind die Mexikaner den Deutschen um einiges Voraus.

Vor allem vermisse ich die ganzen (exotischen) Früchte, die dort auch so günstig sind.

Wie ist das Leben im Studentenheim? Hast du ein paar Überlebenstipps?

Ich mag es sehr im Studentenwohnheim zu wohnen, denn hier sind all deine Nachbarn auch Studenten und haben mehr Geduld, wenn man mal nicht ganz so leise ist.

Außerdem kann ich wirklich jedem raten, zu seinen „Nachbarn“ offen zu sein, denn so lernt man viel schneller Leute kennen und kann auch Freunde machen. Ganz nach dem Motto „Sei gut zu deinen Nachbarn, denn dann werden sie auch gut zu dir sein.“

Kanntest du hier in Deutschland Leute bevor du her gezogen bist?

Ein paar aus meiner alten Schule, sind zur selben Zeit wie ich fürs Studium nach Deutschland gezogen, wobei ich nicht wirklich mit ihnen befreundet war. In Nürnberg kannte ich niemanden.

Welchen Herausforderungen musstest du dich vor und während der Bewerbung für einen Studienplatz stellen?

Für mich war das Herausfordernste während der Bewerbungsphase die Uni nicht sehen und zu keiner Studienberatung in Deutschland gehen zu können. Außerdem dauerte die Beantragung des Visums sehr lange.

Ana Paula in Köln

Wie lange hat es von der Bewerbung bis zum Umzug gedauert?

Im Juni war ich mit der Schule fertig und im September bin ich mit allem nach Deutschland gezogen.

Hast du die Entscheidung jemals bereut, Mexiko hinter dir gelassen zu haben und nach Deutschland zu ziehen?

Ja und Nein. Ja, weil ich meine Familie sehr vermisse und es hier in Deutschland kulturell sehr anders ist. Hin und wieder frage ich mich schon, was ich hier eigentlich mache und wieso ich nicht zu Hause in Mexiko bin. Auch die Zeitumstellung und die Entfernung zu meiner Familie ist nicht immer sehr leicht.

Was ich sehr cool an einem Auslandsstudium finde, ist dass ich dadurch sehr viele coole Leute kennengelernt habe, die ich sonst nie getroffen hätte.

Aber es gab bestimmt auch mal schwierige Tage, oder?

Natürlich! (lacht) Ich bin hier sozusagen alleine. Außerdem muss ich immer bis 14 Uhr warten (wegen der Zeitverschiebung) bis ich zum Beispiel mit meiner Mutter telefonieren kann.

Wie hast du die Krise überwunden?

Ich habe versucht, mich immer wieder daran zu erinnern, aus welchen Gründen ich hier bin und dass ich momentan meinen jahrelangen Traum lebe.

Du bist September letzten Jahres für das Studium nach Deutschland gezogen, was hat dich an einem Studium im Ausland gereizt?

Ich habe schon einmal für vier Jahre im Ausland gelebt. Genauer gesagt von meinem neunten bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr. Mit neun sind wir mit der ganzen Familie nach Düsseldorf gezogen und mit dreizehn habe ich für ein Jahr in Sao Paolo in Brasilien gelebt.

Ich war schon immer sehr weltoffen, habe mich nach Abenteuer gesehnt und wollte alles ausprobieren.

Was war für dich bisher das größte Learning?

Da ich auch sehr viel Zeit alleine verbringe, habe ich mich selbst besser kennengelernt. Jetzt weiß ich beispielsweise was ich mag und nicht mag, außerdem wie ich Probleme alleine und selbstständig lösen kann.

Ana Paula in Köln

Du hast vor unserem Gespräch erzählt, dass zwei deiner ehemaligen mexikanischen Klassenkameraden, das Studium in Deutschland abgebrochen haben. Was motiviert dich?

Es ist eine wirklich sehr coole Erfahrung hier im Ausland zu studieren. In Mexiko ist es nicht so wie hier. Man ist nicht so frei und die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht so gut. Ich mag das Studentenleben hier sehr und muss mich immer wieder daran erinnern, dass das hier mein Traum gewesen ist.

Ana Paula in Rothenburg

Wie hast du dich auf dein Auslandsstudium vorbereitet?

Ich habe sehr viel Recherche betrieben, zum Beispiel wo ich studieren möchte und welche Städte mir gefallen könnten. Für mich war ein riesiger Vorteil, dass ich bereits in Mexiko auf die deutsche Schule gegangen bin und deshalb ein Abitur (bzw. einen Abschluss, der ohne Probleme in Deutschland anerkannt wird) hatte und die Sprache schon konnte.

Möchtest du für immer in Deutschland bleiben oder zieht es dich irgendwann wieder nach Mexiko?

Nach meinem jetzigen Plan möchte ich nach meinem Studium wieder zurück nach Mexiko. Aber ich weiß es nicht zu 100%, vielleicht bleibe ich auch hier (lacht).

War es schwierig für dich, damals aus deinem gewohnten Umfeld herauszutreten – ohne genau zu wissen, was dich erwartet?

Ich bin ehrlich: Anfangs fühlte es sich eher an wie ein verlängerter Solo-Trip und gar nicht real. Als ich dann aber im Flugzeug saß, hatte ich einen riesen Klos im Hals. Mit der Zeit wurde es allerdings um einiges schwieriger…

Jetzt, fast ein Jahr später, kann ich sagen, dass ich diese Erfahrung auf gar keinen Fall missen möchte. Im schlimmsten Fall kann man auch wieder zurück nach Hause. Das würde ich gerne anderen Interessenten eines Auslandsstudiums mitgeben wollen.

Ana Paula in Paris

Wie schnell hast du dich an das Leben in Deutschland gewöhnt?

Ich glaube eigentlich sehr schnell, da ich hier schon einmal gelebt habe. Schwieriger war es für mich, jetzt immer alleine einkaufen gehen zu müssen. Und dass das Essen nicht schon fertig auf dem Tisch steht (lacht).

Meinen Eltern sage ich immer, dass ich ohne dich und Chiara als Freunde schön längst wieder nach Mexiko gezogen wäre. Ihr habt es mir hier wirklich erleichtert!

Wie finanzierst du dein Studium?

Meine Eltern finanzieren mir das Studium, allerdings möchte ich demnächst anfangen zu arbeiten.

Hast du dich an mehreren Hochschulen beworben oder fiel deine Wahl direkt auf die Friedrich-Alexander Universität in Nürnberg?

Nürberg war nicht meine einzige Wahl. Ich habe mich eigentlich in ganz Deutschland beworben.

Seit wann bist du vegan und wie ist es in Lateinamerika Veganerin zu sein?

Vegan bin ich seit fast drei Jahren. Viele glauben, dass es in Mexiko sehr schwierig sei, sich vegan zu ernähren. Allerdings ist es in Mexiko um einiges günstiger und leichter. Wir haben sehr viele Früchte und Bohnen.

Allerdings muss man in traditionellen mexikanischen Restaurants die Gerichte kombinieren und immer kreativ sein. Sonst wird das Vegansein schwierig (lacht)!

Ana Paula in Köln

Was möchtest du am liebsten nach dem Studium machen? Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?

Nach diesem Semester möchte ich den Studiengang zu Kommunikations- und Medienwissenschaften wechseln und werde dafür innerhalb Deutschlands umziehen müssen. Vielleicht werde ich danach auch einen Master in Marketing oder Werbung machen und später in diesem Bereich arbeiten.

Was macht Ana Paula in 10-15 Jahren?

In ein paar Jahren möchte ich Chefin meiner eigenen Werbeagentur sein und anfangen eine Familie zu gründen bzw. schon gegründet haben.

Welche Orte hast du dir außerhalb von Nürnberg und Umgebung angeschaut?

Ich war bereits in Bamberg, Rothenburg, Bayreuth und in Köln. In Karlsruhe bin ich auch sehr regelmäßig, weil dort mein Freund wohnt. Außerdem war ich in Paris und in Mannheim.

Sehr gut hat mir erstaunlicherweise Rothenburg gefallen! Die Stadt ist sehr klein und total romantisch! Also auf jeden Fall eine Reise wert.

Ana Paula in Köln

Vielen Dank für das schöne Gespräch!

Du findest Ana Paula auf Instagram.

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Blog-Instagram: thesavedgirl

Privater Account: febenlisabell

YouTube: Feben Lisabell

Hast du schon meinen letzten Travel-Videos gesehen?

Mein Kenia Safari Vlog

Mein Äthiopien Travel Video

Den Link zu meinem letzen Interview mit Bethel Lingereh (übers Songwriting und Lobpreisleitung) findest du hier.

Ich wünsche euch noch eine schöne und gesegnete Woche!

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