FÜR ALLE DIE SICH (MANCHMAL) WIE DER GRÖßTE LOSER FÜHLEN

Throwback in das Jahr 2017. Juni.

Woohoo! Ich wurde für mein Traumpraktikum in meiner deutschen Traumstadt genommen. Was für ein Glück dachte ich mir. Glaubt mir, ich war voller Euphorie, denn eigentlich, so wie sie mir sagten, nahmen sie in der Vergangenheit nur Praktikanten ab ungefähr 22 Jahren an. Ich dagegen war zu dem Zeitpunkt gerade einmal 17 Jahre alt, eine ganz frische Abiturientin. Und bevor jemand fragt: Nein, ich wurde nicht mit 5 Jahren eingeschult, ich habe nur im August Geburtstag.

Es war ein dreimonatiges Praktikum in einer renommierten PR-Agentur im Bereich Fashion, Beauty und Lifestyle in der Münchner Schickeria Schwabing. Gearbeitet wurde mit namhaften Firmen, Stylisten, Fashion-Designern und Redaktionen, beispielsweise der Vogue, Cosmopolitan, Instyle, …

Ich konnte mein Glück kaum fassen. Nachdem ich zwei große Koffer, mit allem was ich für diese Zeit brauchte, gepackt hatte, ging es dann auch schon Mitte Juni für mich nach München. Außerdem nahm ich mir vor, in München viele Freunde zu machen, Teil einer Gemeinde zu werden und so selten wie möglich nach Hause zu fahren, um einen richtigen Eindruck von der Stadt zu bekommen.

You learn more from losing than winning. You learn how to keep going. – Morgan Wootten

19.Juni 2017. Mein allererster Arbeitstag in der Agentur und eigentlich auch in meinem Leben, wenn man die zwei Jahre, in denen ich Nachhilfe gegeben habe, nicht dazu zählt. Eine Sache, wofür ich bis heute noch so dankbar bin und die meine Zeit in München um einiges versüßt haben, waren meine tollen Kollegen. Bis heute sind sie noch eine große Inspiration für mich und haben einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.

Um die Geschichte abzukürzen… Der Job hat mir so viel Spaß gemacht, ich durfte Pakekte an die großen Fashion-Redaktionen mit Outfits für das nächste Shooting versenden, war in Kontakt mit vielen Designern und Stylisten und durfte kleinere Texte für Social-Media Kanäle schreiben.

JEDOCH habe ich so viel durcheinander gebracht, ich hatte bei einfachen Sachen Schwierigkeiten, sei es Geschenke zu verpacken (Don´t judge me! Unsere Chefin hatte eine gaaanz besondere Art wie sie sie haben wollte) und war einfach überfordert. Um es zusammenzufassen: Ich war mit meinen 17 Jahren, wenig Lebenserfahrung und keiner Arbeitserfahrung noch zu unreif für einen Job, den normalerweise 5 Jahre ältere als ich übernehmen, jedoch gleich viel erwartet wurde.

Zwei Monate später und ich wurde gekündigt…

… was für mich allerdings keine Überraschung war.

Nicht nur das, denn ich hatte mir vorgenommen, selten nach Hause zu fahren, dabei bin ich vor Heimweh fast jedes Wochenende nach Hause. Ich hatte keine neuen Freunde gefunden und war auch nicht Teil einer Gemeinde.

Bin ich jetzt also ein Loser?

„Was werden die Anderen von mir denken, wenn sie von meiner Kündigung erfahren“, war einer der vielen Gedanken, die mir zu dem Zeitpunkt durch den Kopf gingen.

Und wenn ich mir Leute wie Yara Shahidi, Kaycee Rice und viele mehr anschaue, die (weitaus) jünger sind als ich, allerdings so viel mehr erreicht haben in ihrem Bereich, macht mich das ehrlich gesagt ein bisschen unsicher.

Ich bin in keinster Weise neidisch auf diese jungen Talente. Ganz im Gegenteil, ich finde es so inspirierend, wie man in jungen Jahren schon so fokussiert sein kann. Aber manchmal weiß ich nicht so ganz, ob das „Problem“ meine eigene Untalentiertheit ist oder sie einfach unendlich talentiert sind und mit mir alles stimmt.

Bin ich zu langsam im Erreichen meiner Ziele? Was sind überhaupt meine Ziele? Auf was arbeite ich hin? Ich stelle mir immer wieder so viele Fragen, die ich nicht pauschal beantworten kann.

Einerseits habe ich „karrieretechnisch“ um einiges mehr erreicht als ich je gewagt hätte zu träumen (vielleicht dazu wann anders mehr), auf der anderen Seite gibt es auch viele Dinge, die ich so nicht erreichen konnte. Bin ich jetzt also ein Versager?

Als meine beste Freundin und ich ungefähr 14 Jahre alt waren, sagten wir, dass mit 17/18 Jahren der perfekte Zeitpunkt für eine Beziehung sei und waren felsenfest überzeugt davon, mit spätestens 20 Jahren in festen Händen zu sein.

Lustig zu sehen, dass aus diesem Gedanken/Wunsch/wie auch immer nichts geworden ist. Noch nicht einmal annäherend, und das für beide von uns.

Bin ich jetzt also ein Loser, weil ich mit meinen 20 Jahren noch nicht mal annähernd in einer Beziehung bin?

Ich glaube nicht.

Natürlich war es im ersten Moment blöd, dass ich gekündigt wurde. Bzw. eigentlich wurde mein Praktikum um zwei Wochen verkürzt, ganz so dramatisch war es dann auch wieder nicht.

Im ersten Moment war ich total enttäuscht von mir. Aber wenn ich jetzt zurückschaue, musste genau das passieren. Drei Tage nach meinem letzten Arbeitstag bin ich zum ersten Mal ganz alleine nach Äthiopien geflogen. Und das war das, was meine Seele gebraucht hatte.

Wie in meinem letzten Blogpost geschrieben, war diesen Monate die herausfordernsten in meinem Leben… und ich habe ein wenig Abstand von Deutschland gebraucht.

Natürlich ist es „blöd“, dass ich in noch keiner Beziehung war. Blöd ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort, denn ich bin nicht auf der Suche nach einer Beziehung. Natürlich, der Gedanke mit jemanden zusammen zu sein, den man liebt und respektiert, mit dem man viele Gemeinsamkeiten hat (oder auch nicht) ist wunderschön.

Aber wie ich schon immer gesagt habe: Lieber warte ich noch 10 Jahre auf den Richtigen, auch wenn es hart ist, als mit dem Falschen zusammen zu sein. Lieber ziehe ich mit dem richtigen Partner am selben Strang als mit dem falschen Partner liiert zu sein, der ganz andere Vorstellungen vom Leben hat.

Es war mein großer Traum direkt nach dem Abi und endgültig nach München zu ziehen, allerdings weiß ich jetzt zu 100%, dass es vor über zwei Jahren nicht der richtige Zeitpunkt gewesen wäre.

Es kommt auf die Perspektive an

Klar, nach so einer Kündigung fühlt man sich am Anfang wie ein großes Wrack, allerdings bin ich so dankbar für all die Erfahrungen, die ich vor der Kündigung machen durfte. Und das kann mir niemand nehmen.

In dieser Zeit bin ich so gewachsen und auch erwachsen geworden. Dieses Praktikum hat mir schon so viele Türen geöffnet und mir gezeigt, wie es hinter den Kulissen der Mode- und Beautyindustrie aussieht.

Es kommt auf die Perspektive an! Es ist so viel schöner, auf die guten Dinge und Erfahrungen mit Dankbarkeit zu sehen als sich nur auf das Schlechte zu fokussieren. Also in meinem Fall: Zwar wurde ich gekündigt, ABER ich konnte in der Zeit zuvor sehr viel lernen und interessante Leute kennenlernen.

Vielleicht seid ihr gerade auch an einem Punkt in eurem Leben, indem ihr euch wie der „größte Versager“ fühlt, aber das ist nicht so! Und vor allem wer sagt das überhaupt? Die Meinung der „Anderen“ kann einem ja mal sowas von egal sein. Außer die Meinung von Familie und engen Freunden vielleicht.

Vielleicht gibt es ein paar Dinge in deinem Leben, für die du dich schämst oder die du gerne rückgängig machen würdest. Leute, die du verletzt hast, Fehler, die du begangen hast…

In solchen Momenten liebe ich es zu Gott zu kommen und demütig vor ihm zu stehen. Denn er ist da für mich. Egal was kommt und egal wer gegen mich ist – er ist da. Und er verlässt mich nicht. Ich sage euch, das gibt mir so viel Hoffnung.

Du bist kein Versager. Ganz unabhängig von dem, was du denkst und wie du dich fühlst. Allerdings kommt es bei uns auf den Perspektivenwechsel an.

Hin und wieder erwische ich mich dabei, innerlich den Wunsch zu äußern von allen gemocht zu werden. Mir ist die Meinung anderer sehr wichtig, aber auf die kommt es am Ende des Tages nicht an. Man kann nicht immer jedem und allem gerecht werden. Das ist eines meiner letzten Learnings.

Lasst uns lieber anfangen, mit uns selber im Reinen zu sein. Und für jede Erfahrung in unserem Leben dankbar zu sein, auch wenn es einem im ersten Moment schwer fällt.

Wie steht ihr zu diesem Thema? Schreibt mir gerne privat auf Instagram oder hinterlasst mir einen Kommentar – ich würde mich sehr sehr freuen.

In Liebe

Feben Lisabell

Folgst du mir schon?

Instagram: febenlisabell

YouTube: Feben Lisabell

Zum Schluss habe ich noch ein paar Empfehlungen von mir für euch:

Lieblingsvideos

Lieblingsspruch

Gebet

Lieber Vater, danke, dass du uns jeden Fehler verzeihst und dass es bei dir keine Versager gibt.

Danke, dass wir dir nichts beweisen müssen, sondern ganz so wie wir sind zu dir kommen dürfen.

In Jesus Namen,

Amen.

Ich wünsche euch noch ein ganz schönes Wochenende!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s