DIE ANGST VOR FALSCHEN ENTSCHEIDUNGEN

In den letzten Wochen erwischte ich mich immer wieder dabei, Angst vor falschen Entscheidungen zu haben. Quatsch! Eigentlich war das nicht nur in den letzten Wochen der Fall, sondern auch in den letzten Monaten und Jahren.

Ehrlicherweise ist das einer meiner größten Ängste: In ein paar Jahren aufzuwachen und mir zu denken „Mist, du hast die falsche Entscheidung getroffen!“ Mich zum Beispiel beruflich für einen Weg zu entscheiden, in eine neue Stadt bzw. in ein neues Land zu ziehen oder auch nicht zu ziehen.

Mein absoluter Traumberuf momentan ist, TV-Autorin zu werden. Autorin nicht im Sinne von, dass ich Bücher schreibe, sondern Konzepte für eine Reportage, Doku oder einen Fernsehbeitrag erstelle und diese dann auch journalistisch umsetze. Das ist das, worauf ich die letzen Wochen hinarbeite und gerade sieht es auch gar nicht so schlecht für mich aus, mir diesen Traum zu erfüllen.

Was wäre allerdings, wenn ich die nächsten Jahre auf diesen Traum hinarbeite und dann nicht für ein Volontariat bei den öffentlich-rechtlichen Sendern genommen werde (ihr müsst wissen, dass ich eigentlich nur zu den öffentlich-rechtlichen möchte) oder ich das Volo gemacht habe, und keine Aufträge erhalte. Vor allem seit den letzten vielleicht zehn Jahren und im Zeitalter der Digitalisierung und dem „Aussterben“ vom klassischen Journalismus ist es sehr sehr schwierig im Journalismus Fuß zu fassen, da es leider oftmals nur prekäre Arbeitsverhältnisse gibt und man so gut wie nie festangestellt wird.

Was ist, wenn ich den journalistischen Weg einschlage, und mir nach 5 Jahren im Job auffällt, dass diese Branche nichts für mich ist oder gar nicht zu vereinbaren mit einer Familie und eigenen Kindern.

Was ist, wenn ich stattdessen lieber in eine Branche hätte gehen sollen wie zum Beispiel PR oder digitales Marketing.

Nach dem Studium möchte ich unbedingt nach München ziehen, das steht schon seit mehreren Jahren fest und daraus mache ich auch kein großes Geheimnis. Jeder, der mit mir schon einmal ein längeres Gespräch geführt hat, weiß, dass ich unbedingt in die bayerische Landeshauptstadt ziehen möchte. Ich liebe München!

Aber was wäre, wenn mein voraussichtlicher Umzug nach München nach dem Studium die „falsche“ Entscheidung ist und ich doch lieber nach Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf hätte ziehen oder in Nürnberg hätte bleiben sollen?

Was ist, wenn ich eines Tages in einer anderen Stadt aufwache und ich es bereue, so weit entfernt von meiner Familie, meinen Freunden in Nürnberg oder meiner jetzigen Gemeinde zu wohnen. Was ist, wenn ich München (oder die Stadt, in die es mich beruflich verschlagen wird) keinen Anschluss finden werde bzw. nicht so gute Freunde wie ich sie in Nürnberg habe?

Was ist, wenn ich mit 30 Jahren meine Familie in Nürnberg besuche, ich seit fast sieben Jahren nicht mehr in Nürnberg wohne und ich meine beiden kleinen Schwestern nicht richtig kenne, einfach weil ich sie nicht so oft besuchen konnte? Was ist, wenn wir nicht connected sind?

Meine zweite große Angst, die übrigens mehr als nur unnötig ist, ist es von anderen überholt zu werden. Ich weiß nicht, wem ich es eigentlich beweisen möchte, allerdings möchte ich gut sein, in dem was ich tue… Immer wieder versuche ich mir die Frage zu stellen, wessen Lob ich eigentlich suche. Sollte ich nicht alleine auf Gott schauen und nicht nach rechts oder links?

Dennoch möchte ich es alten Lehrern, die damals nicht an mich geglaubt haben, Bekannten, die über mich und meine Familie hergezogen haben, Freunden, die mir das Gefühl gegeben haben, es nicht „schaffen zu können“ beweisen. Aber wieso eigentlich? Wieso muss ich es einer Lehrerin aus der sechsten Klasse beweisen, die vor fast zehn Jahren zu meinem Vater sagte, ich sei nicht geeignet für das Gymnasium? Keine Ahnung!

Mir ist es sehr wichtig, mich nicht über meine Karriere und andere sehr unnötige Dinge zu definieren und meinen Selbstwert darauf zu bauen. Meine Identität liegt bzw. sollte alleine auf Jesus liegen!

Und jetzt wo ich diesen Artikel schreibe, fällt mir auf, wie unnötig dieser Gedanke ist. Ich brauche keine Angst vor falschen Entscheidungen zu haben, weil ich einen Gott habe, der mir dabei helfen möchte.

Woher soll ich wissen, was das Beste für mich, wenn ich nicht auf Gott vertraue. Alleine Gott weiß es. Und er ist es, der Wege für mich vorbestimmt hat, die ich vielleicht momentan noch gar nicht sehe, aber vielleicht so viel besser sind, als TV-Autorin bei einem öffentlich-rechtlichen Sender in München zu sein. Was meint ihr?

Es ist wichtig, Gott bei vor allem wichtigen Entscheidungen zu 100% zu vertrauen. Gott ist gut – und daran muss ich jede Minute meines Lebens glauben und lernen zu vertrauen. Ich muss in 2020 lernen, loszulassen. Ich möchte nicht an meinem menschlichen Ich festhalten, sondern mein altes menschliches Ich Tag für Tag ablegen und mich für Jesus entscheiden.

God is good all the time!

Was mir gerade eben klar geworden ist, ist dass ich im neuen Jahr und im neuen Jahrzehnt lernen muss, meine eigenen Pläne abzulegen. Als Christen dürfen wir natürlich Wünsche und Träume zu haben, allerdings ist es sehr wichtig, damit zu Gott zu kommen und ihn zu fragen „Gott, ist das dein Plan?“. Wenn schon, dann ist das toll, und wenn das nicht sein Plan ist, umso besser, denn Gott hat auf lange Sicht – man erkennt das nicht immer sofort – etwas viel besseres geplant.

Ich habe übrigens gestern meine allererste Podcastfolge aufgenommen, bei der ich eure persönlichen Fragen beantworte. Die Folge kommt in den nächsten Tagen online – ich freue mich schon sehr auf das neue Kapitel für The Saved Girl.

In Liebe

Feben Lisabell

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Zum Schluss habe ich noch ein paar Empfehlungen von mir für euch:

Lieblingslieder

Interessante Videos

Gebet

Lieber Vater,

danke, dass du mich im gesamten letzten Jahrzehnt beschützt und begleitet hast. Ich bin dir für alles mehr als nur dankbar. Für jede Erfahrung, die ich machen durfte, für alle Höhen und Tiefen.

Herr, hilf mir dabei, meine Angst vor falschen Entscheidungen zu überwinden. Ich möchte jetzt nur noch auf dich vertrauen!

Ich liebe dich und möchte dich im neuen Jahrzehnt von Tag zu Tag besser kennenlernen.

Danke für alles!

In Jesus Namen, Amen.

Ich wünsche euch einen tollen Start in das neue Jahr!

2 Kommentare zu „DIE ANGST VOR FALSCHEN ENTSCHEIDUNGEN

  1. du sprichst mir aus dem Herzen. Ich glaube zwar nicht an „Gott“, aber dennoch an eine höhere Macht die uns leitet und den richtigen Weg weist. Zumal Du immer umdrehen kannst, egal welchen Weg Du einschlägst, aber genau mit den gleichen Gedanken befasse ich mich zur Zeit auch, daher kann ich es sehr gut nachempfinden. Das positive Mindset ist einfach das A&O. Glaub an Dich!

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